IRONMAN 70.3 und IRONKIDS St. Pölten 2016

Ironman 70.3 St. Pölten

Einmal mehr und zum dritten Mal steht die Halbdistanz mit 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und 21km auf dem Plan. Dieses Jahr schon Ende Mai und die Location sollte St. Pölten sein. Am Freitag in MUC gelandet geht es nicht direkt nach Österreich, der Umweg führt mich über Deggendorf und da packe ich meine One-Man-Support-Crew – meinen Dad – und den anderen Athleten – meinen Sohn ins Auto. Der Weg nach St. Pölten ist in 3h erledigt und schon am nächsten Morgen heißt es zum ersten Mal an diesem Wochenende: Startunterlagen holen und Bike einchecken. Aber noch nicht für mich. Der Junior startet in der AK 2006-2008 beim Ironkids Event. Da der See zu kalt ist hat er leider keine Möglichkeit seine Skills im Wasser zu zeigen und es heißt Run-Bike-Run, 400m-1700m-800m. Lenny hat null trainiert und lässt den Wettkampf easy auf sich zukommen. Ich sage ihm immer wieder, dass er Spaß haben und die Atmosphäre genießen soll. Ich bringe ihm noch die Abläufe in der Wechselzone bei und dann kann ich gar nicht so schnell schauen wie er in der Startaufstellung steht. Ein irres Gefühl, mein „Kleiner“ ist ein Ironkid. Grinsend zählt er die Sekunden runter und wie von Papa angewiesen verhaut er nicht sofort im Sprint seine Körner. Zurück in der Transition Area nach den 400m Laufen macht er seine Sache echt gut und wechselt wie ein alter Hase auf sein Mountainbike. Gefühlt braucht er ewig für die kurze Strecke aber er kommt wohlauf um die letzte Kurve, bremst brav vor der Linie zur Wechselzone und zum Glück ist der Papa da sonst wäre er mit Helm auf die abschließenden 800m Laufstrecke gelaufen. Jetzt darf er die Sau rauslassen und ich als Vollblutsportler feuere ihn nun an: „Auf geht’s Lenny gib Gas, jetzt kannst Du es laufen lassen GO GO GO!“. Und bämm geht er ab wie Schnitzel raus auf die letzte Runde. Er verbläst den einen oder anderen aus den Tri-Vereinen und ich stehe mit stolzgeschwellter Brust im Ziel. Großartig hat er das gemacht und ich bin wohl happier als er. Lenny kann kaum einschätzen was er da geleistet hat aber ohne Training und ohne Routine hat er das Weltklasse gemacht! Er wird 22. von 45 Startern und da ist viel Luft nach Oben. Ironkids Event is in the books! Gänsehaut pur für den Papa und  Medaille für den Junior! Erste Frage nach dem Rennen: „Wann darf ich wieder mitmachen“?

Jetzt heißt es den Focus auf mein Rennen zu legen und das schöne ist, dass ich den Tag vor dem Rennen immer mit Carboloading so viel Brioche Zopf essen darf wie ich mag. Ich checke mein Bike ein und an dieser Stelle gilt es in Schwärmen zu geraten was die Location in St. Pölten angeht. Das Sportzentrum Niederösterreich bietet alles was so ein Event braucht. Tausende Parkplätze, gute Zufahrtsmöglichkeiten trotz der Straßensperrungen, ein weitläufiges Areal das Platz für Messe, Transition Area usw. bietet.

In der Nacht schlafe ich gut und um kurz vor 5 Uhr geht der Wecker. Noch kurz Brioche in mich rein und dann geht es schon runter zur Transition Area. Bike gecheckt und rein in den Neo. Mein Dad und Lenny fahren nochmal zurück ins Hotel und kommen erst pünktlich zum Zieleinlauf zur Event Area zurück. Unter 6h wollte ich finishen! Schwimmen mit Landgang und 1200hm beim Radfahren vor mir wollte ich nicht unterschätzen, und erste Recht wollte ich mir keinen Druck machen. Beim Schwimmen mit Rolling Start muss ich den einzigen negativen Punkt festhalten. Für schlechte Schwimmer wie mich, die sich bei 40-45min. Schwimmzeit einordnen dauert es 40min. bis wir ins Wasser kommen. Verdammt, das hat genervt. Aber dann ab ins Wasser und Dank meiner neuen Schwimmtrainerin kann ich dieses Mal anders als in Zell oder am Walchsee viel mehr Kraulen als Brustschwimmen. Der See ist mit 14 Grad fucking kalt und man muss zwischen 2 Seen einmal ein paar hundert Meter laufen. Das tut mir gar nicht gut. Aus dem ersten See schaffe ich es nur mit Hilfe der Support Crew, weil mir von der Kälte fast schwindelig ist. Aber im zweiten See geht das dann schon. Auch meine eh schlechte Atmung leidet unter dem kalten Wasser und ich muss immer wieder auf Brustschwimmen umstellen. Mein Schwimm-Split ist wie immer scheiße aber ich komme diesmal entspannter in der Wechselzone an und meine Beine sind gar nicht mehr so schwer wie bei den bisherigen Events. Mein Dank geht hier und direkt an Babette meine Schwimme-Fee. Jetzt geht es aufs Bike, wie immer verdantel ich in der Wechselzone die Minuten aber egal, die malerische Wachau und 1200hm kommen jetzt. Mal schauen wie sehr ich das genießen kann. Keine 2km sind hinter uns dann kommt das Terrain, für das mein Super TT gemacht ist: Die Autobahn. Die crazy Ösis haben mal schnell 18km Autobahn gesperrt. Mit Kopf runter und meinem Wettkampfpuls drücke ich das Airstreeem mit knappen 40 km/h über die Strecke – ballern auf der Autobahn mal anders. Die Berge machen mir ganz schön zu schaffen und weil es genauso steil bergab geht wie es zuvor bergauf ging kann ich die an den Anstiegen verlorene Zeit nicht wieder reinfahren, weil ich auf dem Bike ab 60km/h echt die Hosen voll habe. Dennoch komme ich mit 2:58h Bikesplit wieder in der Wechselzone an. Meine Beine wollen gerade so gar nicht laufen und so krieche ich fast zum Bike-Stellplatz. Auf der Laufstrecke angekommen knallt nun die Mittagssonne auf meinen Pelz und ich habe das Gefühl ich bin mit dem Speed eines GA1 Sonntag-Morgen-Läufchens unterwegs. Die erste Kilometerzeit verrät mir aber, dass ich mit 5:15min auf den Kilometer echt gut gestartet bin. Das Tempo kann ich so nicht ganz halten aber der Lauf ist echt die Kür. Die Strecke ist echt schön und 2 Mal in den Zielbereich zu laufen und dort die Stimmung aufzusaugen ist etwas ganz besonderes. Beim Zieleinlauf habe ich weder Augen für die Kamera noch für die Zeit, ich suche auf der Tribüne meinen Junior und meinen Vater, meine erhobener Arm geht in ihre Richtung. Finishen ist so eine große Sache, wenn auch so unbedeutend 🙂 Aber im Ziel auf die Liebsten zu treffen ist für mich eine der emotionalsten Sachen, die ich erleben kann.  Und ich sage es gerne wieder: Das kann mir keiner nehmen!

Danke, danke und nochmal Danke an alle Helfer, Organisatoren, Petrus fürs Wetter und vor allem meinem Vater, der das ganze Wochenende nur in den Dienst von Lenny und mir gestellt hat. Eine bessere Betreuung kann ein Sportler sich kaum wünschen.

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bike  runfinish

 

Marathon Salzburg – easy Start in die Saison

Laaaaaanage ist es her, dass ich irgendwo am Start stand. Der Trainingsplan war zwar noch  ohne Intervalle aber ein 42km Trainingslauf als Wasserträger kann dann doch mal sein.  Long story short, geregnet hat es aber schön wars. Und mit einem 10kmh Schnitt kann man auch mal entspannt im Ziel ankommen 🙂 Das mit dem Wasserträger sollte sich als richtig lustig herausstellen. Ich war wegen meiner Laufgefährtin Julia in Salzburg dabei und da ich sie auf der Strecke verpflegt habe, musste sie eine 3min Zeitstrafe hinnehmen 🙂